Kaufsucht

 

Unter Kaufsucht wird das in Anfällen auftretende impulsive und exzessive Kaufen von Konsumgütern und Dienstleistungen verstanden. Das Kaufen dient dabei weniger seinem eigentlichen Sinn, also dem Erwerb von Gütern oder Dienstleistungen, sondern vielmehr dem Kaufen selbst bzw. den dadurch herbeigeführten positiven Gefühlen (Stimmungsaufhellung, positiver Kick). Eine Kaufsucht entsteht jedoch nicht von heute auf morgen, sie entwickelt sich. Jene Phase, die sich in diesem Entwicklungsprozess zwischen unauffälligem und süchtigem Kaufverhalten befindet, ist das so genannte „kompensatorische Kaufverhalten“. Dazu zählen die häufig als „Frustkäufe“ bezeichneten Vorgänge. Frustkäufe haben die Funktion über unangenehme oder belastende Stimmungen hinwegzuhelfen. Von süchtigem Kaufverhalten spricht man, wenn folgende Symptome zutreffen:

 

 

  •  ein als unwiderstehlich erlebter Drang
  • die Abhängigkeit vom Kaufen bis hin zum Verlust der Selbstkontrolle
  • die Tendenz zur Dosissteigerung, d.h. es werden immer häufiger und immer teurere Dinge gekauft und
  • das Auftreten von Entzugserscheinungen.

 

Erst wenn diese vier Merkmale im Kaufverhalten klar ausgeprägt sind, kann von süchtigem Kaufverhalten gesprochen werden. Zudem erfolgt trotz des Auftretens negativer Folgen (z.B. Verschuldung) eine Fortsetzung des Verhaltens.